Untersuchung und Entsorgung verendeter Kaninchen

(Stand Juli 2017)

 

 

Immer wieder treten Fragen zu folgender Problematik auf.

1.    Was  passiert mit verendeten Kaninchen, Wie und Wo dürfen sie entsorgt werden?

2.    Wie und Wo erfolgt die Untersuchung verendeter Tiere?

 

Zu 1.: Den rechtlichen Rahmen dafür bilden die Verordnungen zu Tierischen Nebenprodukten VO (EG) 1069/2009 sowie die VO (EG) 142/2011 (Durchführungsverordnung). Festlegungen zu den Beseitigungspflichtigen, Einzugsbereichen, Gebühren und Entgelten werden im Sächsischen Ausführungsgesetz zum Tierische Nebenprodukte-Beseitigungsgesetz und zu weiteren Vorschriften über die Verarbeitung und Beseitigung von nicht für den menschlichen Verzehr bestimmten tierischen Nebenprodukten (SächsAGTierNebG) vom 9. Dezember 2004 (SächsGVBl. S. 579) getroffen.

 

Im Detail bedeutet dies, das Kaninchen über die zuständige Tierkörperbeseitigungsanstalt (TKBA) entsorgt, oder auf dem eigenen Grundstück vergraben werden dürfen. Voraussetzung für das Vergraben ist aber, das die kommunalen Gesetzte dies nicht verbieten. Dies wäre z.B. der Fall, wenn sich das Gebiet in einem ausgewiesenen Trinkwasserschutzgebiet befindet. Es ist deshalb zu empfehlen, vor der Entsorgung über das Erdreich Rücksprache mit der zuständigen Kommune zu nehmen. Weiterhin ist dafür zu sorgen, dass die Kadaver so vergraben werden, dass ein Zugriff durch Wildlebende Tiere (Füchse, Marder, etc.) ausgeschlossen ist. Es ist aber anzuraten, verendete Tiere den TKBA`s zu zuführen. In Sachsen ist dies die TKBA Sachsen welche im Landkreis Riesa- Großenhain betrieben wird. Sie ist zu erreichen unter der Telefonnummer:  035249 7350.

 

Für die Entsorgung der verendeten Tiere werden nach aktuellem Stand 5 Cent / Kilogramm berechnet.

 

Die TKBA ist telefonisch zu informieren und wird innerhalb kurzer Zeit die Tiere abholen.

  

Zu 2.:  Verendete Tiere sollten um eine genaue Diagnose des Todes zu erhalten der Sektion zugeführt werden. Dies erfolgt in der Regel mit einer Überweisung eines Tierarztes. Dazu füllt der TA ein Überweisungsschreiben aus, was alle Angaben zum Bestand, Einzeltier, Symptomatik des Krankheitsverlaufes, Vorbehandlung, Erkrankungs-und Todeszeitpunkt  etc. enthält. Dies wird als Begleitschein mit dem Tier bei der Untersuchungsstelle eingereicht. Die Tiere sind dabei so zu verpacken, das kein Sekret aus dem Behältnis (Plastesack o. Plastetüte) auslaufen kann. Eventuell ist dies durch eine zweite Umverpackung zu sichern. Die so verpacken Tiere werden entweder beim Tierarzt direkt, bei der zuständigen Sammelstelle des Landratsamtes (Tel. zuständiges Veterinäramt) oder bei einer Untersuchungsstelle der Landesuntersuchungsanstalt (LUA) abgegeben.

 

Abweichend kann der Tierbesitzer die Tiere auch ohne Begleitschreiben eines Tierarztes bei der Sammelstelle des Landratsamtes oder der LUA direkt abgeben. Die Tiere müssen aber dazu genau wie vorher beschrieben verpackt sein. Vor Ort wird dann ein Formular ausgefüllt um die Identität des Tieres zu gewährleisten.

 

Abhängig davon ob ein Tierarzt benannt wird oder nicht erfolgt dann die Befundstellung direkt an den Tierhalter oder den Tierhalter und den zuständigen TA.

 

Es empfiehlt sich aber in der Regel die Einweisung über einen TA, da dadurch die Befundung erleichtert wird und eventuell notwendige Maßnahmen schneller eingeleitet werden können.

 

Dipl.vet.med. Frank Scholz

Tierschutzbeauftragter des LV Sachsen

 

Anschriften:

 

Zweckverband für Tierkörperbeseitigung Sachsen  (TKBA)

01561 Priestewitz OT Lenz, Staudaer Weg

Telefon:035249 7350

 

Landesuntersuchungsanstalt (LUA) Dresden

01099 Dresden Jägerstraße 8/10

Telefon: 0351 8 14 40

 

LUA Chemnitz

09111 Chemnitz, Zschopauer Str. 87 

Telefon: 0351 81443 900

 

LUA Leipzig

04158 Leipzig, Bahnhofstraße 58-60

Telefon: 0351 81444 900

Stellungnahme zur aktuellen RHD-Situation in Sachsen u. Deutschland

(Stand: 14.07.2016)

  

Nachdem in den vergangenen Jahren die Neue Variante der RHD, die RHD V2, über Frankreich kommend  sporadisch im westlichen Teil der Bundesrepublik Deutschland auftrat, ist zur Zeit ein gehäuftes Auftreten der Erkrankung  im gesamten Bundesgebiet  und auch in Sachsen zu verzeichnen.

 

Trotz dieses gehäuften Auftretens ist dringend von Panikmache abzusehen. Nicht alle Meldungen die über die sozialen Netzwerke, Print- Funk- und Fernsehmedien verbreitet werden, entsprechen den Tatsachen. Nach wie vor ist auch noch die klassische Form der RHD vorhanden, welche zu Ausbrüchen und Verlusten führt. Nur durch eine Untersuchung verendeter Tiere  ist zu differenzieren um welche Form es sich handelt. Seit diesem Jahr kann diese Untersuchung, welche bisher nur am Friedrich Löffler Institut Riems (FLI) durchgeführt werden konnte, auch an den Landesuntersuchungsämtern des Freistaates Sachsen durchgeführt werden (LUA Dresden, Chemnitz, Leipzig). Die Kosten der Untersuchung belaufen sich auf etwa 20 - 25 €.  Es ist wichtig  verendete Tiere einzusenden, um einen Nachweis über die tatsächliche Todesursache  und die Verbreitung der Erkrankung zu erhalten. Die Einsendung kann über Tierärzte  oder über die Landratsämter erfolgen.

  

Was ist aber nun zu tun, um der  Krankheit gar nicht erst die Tür zu öffnen ? Wie ich und andere bereits in den letzten Jahren geschrieben haben, besitzt die  konsequente Impfung der Bestände, und hier liegt die Betonung auf gesamte und nicht auserwählte Tiere, oberste Priorität. Wenn die Monovalenten Impfstoffe entsprechend der Herstellerangaben verimpft werden, entsteht eine Kreuzimmunität welche gegen beide Formen schützt. Das heißt im Fall der Impfstoffe vom Impfstoffwerk Dessau (IDT, Cunivac RHD)  eine zweimalige Impfung im Abstand von 21 Tagen. Dann sollten die Tiere im Abstand von 6 Monaten wiederholt geimpft werden.

  

Da zurzeit ein Lieferengpass bei diesen Impfstoffen besteht ist der Ruf nach Einsatz von Impfstoffen aus Frankreich und Spanien überall zu hören und der Beantragung von Sondergenehmigungen und Sammeleinkäufen durch Kreis- und Landesverbände. Hier muss generell gesagt werden: Beide Impfstoffe besitzen keine Zulassung für Deutschland. Der spanische Impfstoff beinhaltet nur die Komponente RHD V2. Das heißt, da die klassische Form der RHD auch  noch aktuell aktiv ist, müsste bei Anwendung dieses Impfstoffes zusätzlich noch gegen RHD mit einem anderen Impfstoff geimpft werden um den Bestand komplett abzusichern. Bei den französischen Impfstoffen gibt es verschiedene, welche beide Komponenten erhalten oder nur die V2 Variante. Bei diesen Impfstoffen liegen auch noch keine aussagefähigen Studien zur Wirksamkeit vor. Es sollte deshalb auf die in Deutschland  zugelassenen Impfstoffe zurückgegriffen werden.

  

Nach Aussage der IDT Biologica Dessau ist im August damit zu rechnen, das der Impfstoff wieder zur Verfügung steht.

 

Unabhängig davon besteht jedoch grundsätzlich gemäß § 11 Absatz 6 Nummer 2 TierGesG [17] die Möglichkeit, Impfstoffe, die RHDV-2 Impfantigen enthalten und im Ausland für die entsprechende Indikation zugelassen sind, per Ausnahmegenehmigung anzuwenden, sofern deutschlandweit kein entsprechender Impfstoff verfügbar ist. Dies muss vom behandelnden Tierarzt bei der jeweils zuständigen obersten Landesbehörde entsprechend beantragt werden.

 

Im Klartext bedeutet dies:

 -        Ein Tierarzt muss für einen bestimmten zu benennenden Bestand diese Ausnahmegenehmigung bei der Landesbehörde stellen mit Angabe der Tierzahl, Tierbesitzer, usw.  Diese Ausnahmegenehmigung ist kostenpflichtig  (70,00 – 100,00 €). Die Anwendung des dann erhaltenen Impfstoffes ist nur  durch den  Tierarzt zulässig der den Antrag gestellt  hat und nur in dem beantragten Bestand anzuwenden.

  

-        Daraus  wird auch ersichtlich, dass es nicht möglich ist Sammelbestellungen von Verbänden (LV, KV, ZDRK) auszulösen ohne gegen gesetzliche Vorgaben zu  verstoßen.

  

-        Der LV der Rassekaninchenzüchter Sachsen  wird sich an einem derartigen Weg nicht beteiligen.

  

-        Wer dennoch  diese Impfstoffe einsetzen will wendet sich an seinen zuständigen Tierarzt um dies individuell zu klären

  

 

Laut Empfehlung der Ständigen Impfkommission  Veterinärmedizin (StIko Vet) wird  abweichend von der bestehenden Impfleitlinie für Kleintiere  daher folgendes empfohlen:

 -        Kaninchen zum frühestmöglichen Zeitpunkt (siehe Herstellerangaben) durch eine zweimalige Applikation eines der genannten, monovalenten Vollantigenimpfstoffe im Abstand von drei  Wochen zu grundimmunisieren

-        die Tiere anschließend alle sechs Monate zu revakzinieren.

 -        Zusätzlich zu der Impfung sind Maßnahmen des allgemeinen Infektionsschutzes, die auf die Unterbindung des Eintrages von Virus in die Bestände gerichtet sind, unerlässlich.

  

Abschließend sei mir noch eine Anmerkung erlaubt. Auf Grund der bestehenden Situation und der anstehenden Ausstellungssaison, möchte  ich nochmals dringend hinweisen, die RHD- Impfung  als Pflicht in die Ausstellungsordnungen aufzunehmen. Es nützt nichts zu schimpfen, wenn die Krankheit über uns herfällt und wir ihr dann durch unserer Ausstellungsgeschehen noch eine Verbreitungsplattform bieten.

  

Dipl.vet.med. Frank Scholz

Tierschutzbeauftragter LV Sachsen


Aktuelle Informationen zum Sachkundenachweis

Die Informationen zum Sachkundenachweis sowie der Fragenkatalog sind im Downloadbereich abrufbar.


Neue Broschüre in der Drucksachenverteilerstelle erhältlich

Die neue Broschüre mit den ZDRK-Richtlinien zur Zucht und Haltung von Rassekaninchen und dem Sachkundenachweis sind ab sofort über unsere Drucksachenverteilerstelle Gaby Dillner erhältlich.  


Aktuelle Infos zu Tierverkäufen

 

Stellungnahme zu den Äußerungen im Kleintierzüchter 19/20 2014 zu Tierverkäufen

 

 

Nachdem von der TVT (Tierärztlichen Vereinigung f. Tierschutz) mitgeteilt wurde, dass in der Pressemitteilung  des BMLV  Nr. 177 vom 29.07.14 ein Fehler vorhanden war, besteht große Unsicherheit im Umgang beim Verkauf von Tieren auf Ausstellungen.

 

In o.g. erster Fassung hieß es: „“Beim Verkauf von Wirbeltieren (ausgenommen Nutztiere) müssen dem künftigen Tierhalter ebenfalls ab August schriftliche Informationen über die wesentlichen Bedürfnisse des Tieres mitgegeben werden. Das sind Informationen über die angemessene Ernährung und Pflege des Tieres,……..“

 

Richtig heißt es im §21(5)2 Tierschutzgesetz: „derjenige, der gewerbsmäßig mit Wirbeltieren, außer landwirtschaftlichen Nutztieren, handelt, ab dem 1. August 2014 sicherzustellen hat, dass bei der erstmaligen Abgabe eines Wirbeltieres einer bestimmten Art an den jeweiligen künftigen Tierhalter mit dem Tier schriftliche Informationen über die wesentlichen Bedürfnisse des Tieres, insbesondere im Hinblick auf seine angemessene Ernährung und Pflege sowie verhaltensgerechte Unterbringung und artgemäße Bewegung, übergeben werden; dies gilt nicht bei der Abgabe an den Inhaber einer Erlaubnis nach § 11 Absatz 1 Satz 1 Nummer 3 Buchstabe b in der vorstehend bezeichneten Fassung.“

 

Dies stellt eine deutliche Veränderung zu den bisherig gesagten dar. Denn  in der Regel handelt es sich bei Kaninchenzüchtern nicht um gewerbsmäßig handelnde Personen. Damit ist das, was bisher gesagt wurde für uns Rassekaninchenzüchter nicht mehr zutreffend.

Im Sinne der Verantwortung gegenüber den uns anvertrauten Tieren (besonders im Falle des Besitzerwechsels), aber auch im Sinne der Außenwerbung für unser Hobby, sprich dem sorgfältigen und verantwortungsvollen Umgang mit unseren Tieren und nicht zuletzt, um Tierschützern  und Ämtern keine Angriffspunkt zu liefern, würde ich empfehlen, die Vorgehensweise, wie sie i n Röderau  2014 zur Schulung empfohlen wurde, weiterhin anzuwenden.   Das heißt auf den Verkaufsbeleg einen Hinweis zu bringen wo die Haltungsbedingungen  erhältlich sind. Desweiteren würde ich empfehlen ein Exemplar dieser Bedingungen  im Schaulokal der Öffentlichkeit zugänglich zu machen und einige Exemplare vorrätig zu halten, um sie bei Notwendigkeit aushändigen zu können.

Ich denke, das ist ein Schritt, um den Willen nach außen zu tragen, das wir auch nach dem Verkauf für ordentliche Verhältnisse unserer Tiere sorgen möchten und es uns nicht nur um finanzielle Aspekte geht.

 

  

Das in der Anlage befindliche Merkblatt  der TVT (Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz) kann dazu verwendet werden.  (www.tierschutz-tvt.de/merkblaetter.html#c138)

 

 

Frank Scholz 

Tierschutzverantwortlicher LV Sachsen

(Stand: 04.10.2014)